Die Entwicklung des Stromverbrauchs

Stromverbrauch
 
1. Strom         
 
Der Strom hat den Alltag der Menschen deutlich erleichtert. Elektrische Hilfsmittel sind im Privathaushalt und im Gewerbe nicht mehr wegzudenken. Wie selbstverständlich nutzen die Menschen den Strom, ohne sich über seine Herkunft größere Gedanken zu machen. Aber der Strompreis und neuerdings der Umweltschutz spielen bei den Stromdiskussionen sehr wohl eine große Rolle. Letztendlich auch deshalb, weil sich hier die meisten Neuerungen aber leider auch kostspielige Erhöhungen ergeben.
 

Stromtarife und Strompreise vergleichen und Geld sparen:

Die Stromanbieter unterscheiden verschiedene Stromarten. Am gebräuchlichsten ist der Gleichstrom, der die meisten Elektrogeräte im Haushalt versorgt. In zumeist öffentlichen Stromnetzen trifft man auf den Wechselstrom oder die Mischform aus beiden Stromarten. Zahlreiche Netzwerke (Niedrig-, Mittel- und Hochspannung) zieren schon seit mehreren Jahrzehnten unsere Ortsbilder und sichern dadurch die Stromversorgung.
 
Die Erzeugung des Stroms erfolgt herkömmlicher Weise mittels Kernkraftwerken. Moderne, regenerative Energien übernehmen stückweise jedoch immer größere Teile des Strommarktes. Sei es hierbei durch die Sonne, den Wind, die Erdwärme oder das Wasser. Die Energiegewinnung hat einen deutlichen Schritt in eine äußerst umweltorientierte Richtung getätigt. Der Staat unterstützt diese Initiativen nachhaltig. Und auch bei den Endverbrauchern ist an dieser Stelle inzwischen weit mehr Sensibilität entstanden. Zumal finanzielle Anreize geschaffen wurden, um eine Umrüstung (z.B. Voltaikanlage) gewährleisten zu können.

1.1 Stromverbrauch
 
Der Stromverbrauch hat sich gerade in den letzten Jahren immens erhöht. Immer mehr Geräte (z.B. Computer, Stereoanlagen, TV-Geräte, etc.) laufen im oft unnützen Standby-Modus und verbrauchen in der Gesamtheit ungeheure Strommengen. Ansonsten achtet der Endverbraucher aktuell auf die angegebenen Energieeffizienzklassen der Elektrogeräte, deren Optimum man in der Klasse A wieder findet.
 
Allgemein gemessene Richtwerte geben den durchschnittlichen Stromverbrauch der einzelnen Haushalte wieder. Dieser ist natürlich von der Personenanzahl sowie deren Alter abhängig. Ein Singlehaushalt kann mit etwa 2000 Kilowatt Strom pro Jahr auskommen. Ein vier Personen Haushalt hingegen benötigt in etwa bis zu 5000 Kilowatt Strom. Dies ergibt in der Gesamtmenge einen deutschen Durchschnittsbedarf von rund 550 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr.
 
Die Strompreise liegen derzeit knapp unter 0,20 Euro pro Kilowattstunde. In diesem Preis sind sämtliche Leistungen des Stromlieferanten sowie die gesetzlichen Steuern enthalten. Letztere setzen sich aus der Stromsteuer sowie der Mehrwertsteuer zusammen und ergeben gemeinsam in etwa 40% des Gesamtbetrages. Im Internet stehen einige Tarifrechner und Vergleichsbeispiele kostenfrei zur Verfügung. Diese erlauben es den Menschen, schnell eine perfekte Strompreiskalkulation vorzunehmen.

1.2 Privathaushalt
 
In den Privathaushalten wird Strom überall verbraucht. Schließlich erleichtert er die Alltagsarbeiten in vielen Bereichen des Lebens. Manches Hobby (z.B. Computerspiele) wird durch den Strom erst möglich. Aus diesem Grunde ist der Strom für die Menschen so wichtig, da andererseits der Stress und die Flexibilität im Beruf und in der Freizeitgestaltung schon genügend Zeit in Anspruch nehmen. Die Bereitstellung des Stroms läuft seitens der Anbieter mittels Niederspannungsnetzen.
 
Ein Großteil des täglichen Stromverbrauchs ist im Bereich der Küche anzutreffen. Hier verbrauchen Kühlschrank, Gefriertruhe, Elektroherd, Mikrowelle sowie diverse Kleingeräte (Kaffeemaschine, Küchenmaschine, Brotschneider, Toaster, Eierkocher, Elektromesser, Dosenöffner, usw.) große Mengen an Energie.
 
Weiterhin besitzt nahezu jeder Haushalt ein Fernsehgerät, teils mit Zubehör wie beispielsweise Video- und DVD-Player sowie eine Spielkonsole. Aber auch ein Computer, die HiFi-Anlage, eine schnurlose Telefonanlage, der Fön und Elektrorasierer, der Radiowecker, die elektrische Zahnbürste und einiges mehr gehören in der Regel zur Grundausstattung eines deutschen Haushaltes. Vielfach ist die Ausrüstung - je nach Personenzahl -   sogar mehrfach vorhanden. 
 
Den höchsten Stromverbrauch aber produzieren die herkömmlichen Heizanlagen und die Warmwasserversorgung, direkt gefolgt von den unzähligen Beleuchtungskörpern in einem Haus bzw. einer Wohnung. Und genau an dieser Stelle sollten bereits am Markt erhältliche Alternativen eingesetzt werden, um dauerhaft den hohen Stromverbrauch zu senken.

1.3 Industrie
 
Die Industrie benötigt je nach Branche gigantische Mengen an Strom, um einen reibungslosen Betriebsablauf zu gewährleisten. Gerade Produktionsbetriebe sind auf zahlreiche Maschinenleistungen angewiesen, die einen enormen Stromverbrauch produzieren. Hierzu zählen unter anderem Fabriken der Autohersteller, die Stahlindustrie, die Metallverarbeitung, Papierfabriken, usw. Innerhalb der Preiskalkulationen für die einzelnen Produkte und Dienstleistungen spielt die benötigte Stromkapazität eine äußerst gewichtige Rolle.
 
Nachdem vor allem die Großindustrie direkt aus den preiswerteren Hochspannungsnetzen versorgt werden kann, ist es den Stromlieferanten möglich, günstigere Strompreise anzubieten. Ebenfalls können seitens der Unternehmen Steuerermäßigungen bzw. sogar Steuerbefreiungen beim Staat beantragt werden. Die Mehrwertsteuerverrechnung erfolgt nach der üblichen Gesetzgebung. Faktoren, die dem einen oder anderen Betrieb nicht nur das Überleben garantieren. Gleichzeitig stellt dies die einzige Chance dar, um sich in der Globalisierung der Marktwirtschaft überhaupt einen Platz ergattern zu können.
 
Kleinere Gewerbebetriebe, der so genannte Mittelstand, sowie die Landwirtschaft werden ähnlich der Privathaushalte beliefert und abgerechnet. Einzig Steuerermäßigungen können in Ausnahmefällen beantragt werden. Hinzu kommen noch gewisse Sondertarife, die jedoch mit dem einzelnen Anbieter explizit verhandelt werden müssen. Es empfehlen sich dabei stets schriftliche Vertragsvereinbarungen.

2. Stromlieferanten
 
Die großen Stromanbieter verloren bereits vor einigen Jahren ihre regionale Monopolstellung. Leider ist es in Deutschland aber noch immer so, dass vier Großunternehmen fast die komplette Bedarfsdeckung stellen. Dies bedeutet, dass die Kleinanbieter größtenteils auf die Netze dieser Stromversorger angewiesen sind und hierfür Entgelte fällig werden. Von staatlicher Seite aus wird eine Art Kontrollfunktion ausgeübt, so dass die Marktpreise an diesem Punkt nicht völlig manipuliert werden können.
 
Ein weiteres Segment der Stromlieferung stellt die Strombörse, die ähnlich einer Aktienbörse funktioniert. Strom kann in unterschiedlichen Mengen zu verschiedensten Konditionen kurz-, mittel- oder langfristig eingekauft werden. Der Handel wird von Außenfaktoren wie der allgemeinen Wirtschaftslage, Kriegen, Aktienkursen, sonstigen Energiepreisen usw. bestimmt.
 
Die Stromlieferanten müssen innerhalb ihrer Verträge mit den Endverbrauchern die Stromlieferungen garantieren. In Ausnahmefällen wird auf Notstrom bzw. Strom anderer Anbieter zurückgegriffen. Allerdings darf dies keine Einwirkung auf die laufenden Vertragsvereinbarungen haben. Lediglich ist der Kunde von diesem Zustand in Kenntnis zu setzen. Höhere Gewalt, wie beispielsweise Sturmschäden an den Stromnetzen, gelten in diesem Fall nicht als Garantiepflicht. Jedoch muss der Stromlieferant möglichst schnell wieder die Funktionalität herstellen.
 
Immer mehr Ökostromlieferanten treten heute am Markt in den Vordergrund. Dazu zählen auch die Privathaushalte, die unter anderem mittels Sonnenkollektoren Strom produzieren und in die Netze einspeisen. Aber auch Windräder und die Wasserkraft werden verstärkt bei diesen Stromlieferanten eingesetzt.

2.1 Verbrauchsmessung
 
Die Verbrauchsmessung in den Privathaushalten erfolgt mittels geeichten Stromzählern. In Mehrparteienhäusern wird in der Regel pro Wohneinheit ein eigener Stromzähler genutzt. Zumeist einmal jährlich erfolgt dessen Ablesung durch einen Mitarbeiter des jeweiligen Stromlieferanten. Dies erfolgt in den ersten Jahreswochen. Bei Neubauten, die in der Jahresmitte bezogen wurden, wird anhand weniger Monate ein für das kommende Jahr geltender Durchschnittsverbrauch ermittelt. Bei Wohnungen mit einem Bezug unterm Jahr kommt es vor, dass man die Durchschnittswerte des Vorbesitzers bei der ersten Kalkulation verrechnet bekommt. 
 
Verschiedene Energiemessgeräte ermöglichen heute die Messung des Stromverbrauchs pro einzelnem Gerät bzw. Anlage. Entweder kann diese Verbrauchsmessung vom Hausbesitzer selbst vorgenommen werden. Oder aber man lässt hierbei einen Fachmann des Stromanbieters bzw. des Elektrofachhandels kommen. Einige Stromlieferanten bieten diese Serviceleistung sogar kostenfrei an.
 
Einfache Verbrauchsmessgeräte können im Fachhandel erworben werden. Für größere Anlagen rentiert es sich, diese Geräte zu mieten. Bei gewerblichen Maschinen ist dies sogar ratsam. Die Anschaffung ist sonst im Vergleich zum Nutzen zu teuer. Vor allem dann, wenn es sich um Langzeitmessungen handelt. Letztendlich können diese Verbrauchsmessungen einiges an Strom einsparen bzw. die Elektrogeräte ausfindig machen, die bei Weitem zu viel Strom verbrauchen und ausgetauscht werden sollten.

2.2 Stromberechnung
 
Selbst bei der Stromberechnung wird zwischen Privathaushalten und Industrie unterschieden. Nicht nur der Strompreis und die Steuerlast ist andersartig, auch der Abrechnungsmodus findet andere Grundlagen. Je nach Vertragsvereinbarung werden dem entsprechende Rechnungen erstellt.
 
In der Regel liegt dem Strompreis der Einzelbetrag für die Kilowattstunde, steuerliche Abgaben (Mehrwertsteuer, Stromsteuer) sowie die Serviceleistungen des Anbieters zu Grunde. Dazu zählen die Netzkosten, die Bereitstellung, die allgemeinen Geschäftsaufwendungen, die Liefergarantie und der gleichen. Die Verbrauchsorientierung wird deshalb in Arbeits- und Leistungspreis kategorisiert.
 
Bei der Industrie kommt noch ein so genannter Grundbetrag sowie ein Sockelbetrag für Blindstrom hinzu. Beide Kostenfaktoren sind verbrauchsunabhängig. Zudem gelten in diesem Sektor Sondertarife, auch im Bereich Steuern (Steuerermäßigung, Steuerverrechnung). Die Stromberechnung erfolgt normaler Weise monatlich, wobei die Rechnung individuell, laut bestehender Vertragsvereinbarungen, erstellt wird.
 
Bei den Privathaushalten wird der Strom alle zwei Monate mit einem ermittelten Durchschnittsbetrag in Rechnung gestellt. Das Bankeinzugsverfahren ist dabei üblich. Die Berechnung der Durchschnittssumme ergibt sich aus dem Vorjahresverbrauch. Einmal jährlich - zumeist im ersten Kalenderquartal - erfolgt eine komplette Abrechnung. Diese ist äußerst detailliert in Bezug auf Stromverbrauch, Mehr- oder Mindermenge zum Vorjahr, Einzelpreise, Steuerabgaben, usw. zu erstellen. Bei Unverständnis kann der Endverbraucher jederzeit beim Stromlieferanten anrufen und eine Erklärung verlangen.
 
Das Internet stellt auf zahlreichen Plattformen Stromvergleichsrechner zur Verfügung. Mit den vorliegenden Daten einer Rechnung können hier Preisvergleiche durchgeführt werden. Diese ermitteln ab und an weitaus günstigere Anbieter und somit einen sich lohnenden Lieferantenwechsel.

3. Stromverbrauch reduzieren
 
Bei den hohen Strompreisen ist es dem Endverbraucher ein Anliegen, den täglichen Stromverbrauch zu senken. Die Hauptgruppierungen Heizung und Warmwasser sollten deshalb zuerst genau unter die Lupe genommen werden. Gerade an dieser Stelle hat der Einbau einer Wärmepumpe, deren Stromverbrauch mittels Solaranlage produziert wird, in jüngster Zeit für Furore gesorgt.
 
Bei den Elektrogeräten ist auf die ideale Effizienzklasse A zu achten. Vor allem beim Neukauf sollte kein anderes Gerät mehr in Betracht gezogen werden. Die Hersteller haben sich darauf bereits eingestellt und entsprechend ihr Angebot ausgestattet. Noch immer aber gelten die Einstufungen von Klasse A bis F. Größere Stromverbrauchsgeräte im Haushalt sind unter anderem die Waschmaschine, der Backofen, die Spülmaschine und die Kühlgeräte (Kühlschrank, Gefriertruhe).
 
Und selbst die Computerbranche, allen vorweg Microsoft hat auf den steigenden Stromverbrauch reagiert. Kunden eines bestimmten Anbieters können mit der neuen Software (Voraussetzung Vista) den hauseigenen Stromverbrauch per Internetverbindung kontrollieren. Der unabhängige Stromeffizienzrechner, eine moderne Homepage für Privathaushalte, ermittelt die Durchschnittswerte per Gerätenamen. Der Kunde kann hier ebenfalls bequem im Internet einen Onlinecheck durchführen.
 
Einen noch immer erheblichen Kostenfaktor stellt der Stand by Modus dar. Geräte laufen teilweise tagelang, ohne auch nur eine einzige Nutzung zu erfahren. Das einfache Ziehen eines Steckers könnte monatlich einige Euros sparen.

3.1 Strom sparen
 
Will der Endverbraucher seine Stromkosten nachhaltig senken, muss eine rigorose Sparmassnahme bis ins kleinste Detail durchgeführt werden. Dem gegenüber steht der Anspruch auf Bequemlichkeit. Dass diese beiden Komponenten jedoch realisierbar sind zeigen zahlreiche Studien.
 
Allein schon das regelmäßige Abtauen von Gefriergeräten, der weitestgehende Verzicht auf Stand by, der Einsatz von Energiesparlampen und einiges mehr lassen hier schon die ersten Sparpotenziale erkennen. Nachdem im Bereich der täglichen Warmwasseraufbereitung ebenfalls immense Strommengen benötigt werden, sollte sich der Bürger vorzugsweise eine Dusche mit ca. 50 l Wasserverbrauch, als ein ständiges Vollbad mit etwa 150 l Warmwasser genehmigen.
 
Gewisse Baumassnahmen an Gebäuden sind ebenfalls äußerst hilfreich für die Stromeinsparungen. Gezielte Wärmedämmung sowie Wärmeschutzverglasung beispielsweise minimiert die Heizleistung und somit deren doch enormen Stromverbrauch. Immerhin liegt der Stromverbrauch in diesem Bereich bei dreiviertel der Gesamtkosten.

3.2 Alternativer Strom
 
Die größten Ressourcen zur Stromgewinnung werden von Mutter Natur bereit gehalten, sei es durch die Sonne, den Wind, die Erdwärme oder das Wasser. Alle Naturkräfte können den Menschen dabei unterstützen, den Strom umweltschonend herzustellen. Ein neues Kapitel in der Stromgewinnung wurde dadurch aufgeschlagen. Innerhalb der nächsten Jahre wird erwartet, dass die ökologische Stromgewinnung soweit voran schreitet, um einen letztendlich kompletten Verzicht auf die Kernkraftenergie zu bewerkstelligen.
 
Der Ökostrom hat sich inzwischen sogar weltweit etabliert. Immer mehr Personen bringen aktiven Umweltschutz und regenerativer Energie bewusst miteinander in Verbindung. Zumal die Stromkosten dabei gesenkt werden können. Und auch die Industrie hat ihren Vorteil dabei erkannt.
 
Eine Photovoltaikanlage produziert weit mehr Strom, als der jeweils betreffende bzw. betreibende Haushalt benötigt. Deshalb kann zusätzliche Energie in die öffentlichen Netze eingespeist werden, die wiederum finanziell seitens der Stromanbieter vergütet wird. Eine durchschnittliche Anlage amortisiert sich nach rund 10 Jahren von selbst. Zumal die Anschaffung noch mit staatlichen Fördergeldern honoriert wird.
 
Weitere Alternativen stellen die großen Solarfelder dar, in die neuerdings landwirtschaftliche Nutzflächen verwandelt werden. Sonnenlicht, unter Einschränkungen auch Sonnenwärme, steht in unseren Breitengraden jeden Tag zur Verfügung und kann somit als unerschöpflicher Energielieferant genutzt werden.
 
Auch die Windräder, die durch ihre reine Windkraft Strom erzeugen, gehören zu den Produzenten von Ökostrom. Als optimale deutsche Standorte haben sich die Windparks an der Nord- und Ostsee herauskristallisiert. Wasserwerke und die Erdwärme dienen als weitere natürliche Stromlieferanten. Wobei hier noch zu groß angelegte Baumaßnahmen (beispielsweise Staudämme) erforderlich sind, um eine Grundversorgung mit ihrer Hilfe gewährleisten zu können.